Im Jahr 2019 wurde ich eingeladen, eine neue Installation im Rahmen des zeitgenössischen Kunstfestivals «Zukunftsvision» zu präsentieren. Jedes Jahr fand die Ausstellung an einem ande- ren Ort statt und es lag an den Künstlern, sich an die Ausstellungsbedingungen anzupassen. Ich wollte eine In-situ-Arbeit vorschlagen, die durch das Gebäude inspiriert ist: eine alte Garage. Es war noch sehr stark von seiner Geschichte geprägt. Der Boden war aus Stein und zeigte viele Öl- flecken. Die Wände waren porös und das Dach war an mehreren Stellen durchlöchert, so dass bei Regen das Wasser einsickerte. Es war feucht und kalt. Also arbeitete ich an den Themen Wasser und Stein, aber ich näherte mich diesen Materialien auf eine viel edlere Art und Weise, als sie an diesem Ort ausgestellt wurden. An der Wand zeichnete ich mit blauem Bleistift Wasserflecken, die wie von kupfernen Heizungsrohren gehalten wurden. Diese Wasserflecken verwandelten sich manchmal in eine Art Fossil, das auch für eine Metallstange in Spannung gehalten wurde. Auf dem Boden befinden sich große, blau gestrichene Gipskartonplatten, die mit einem Stechbeitel ausgehöhlt wurden, um ein mineralisches Muster zu zeigen, das einer Berglandschaft ähnelt. Stein und Wasser in ihren vielfältigen Zuständen.

www.zuvi-festival.de